1944/45Lager VIII bei BibraErnst Große · Nachlass Ernst Große · Archiv GFW e. V.
Zwangsarbeit
Am Walpersberg arbeiteten ab 1944 – unter ihnen KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene und Zivilisten. Sie mussten Stollen treiben, Flugzeuge montieren und die Startbahn bauen. Hunger, Gewalt und Krankheiten bestimmten ihren Alltag, viele überlebten nicht. Heute erinnern Friedhöfe und Gedenkorte an ihr Leid.
Nebenan – Zwangsarbeit (2019)
Projekt-Hinweis
Das Projekt „Nebenan – Zwangsarbeit“ (2019) dokumentiert lokale Orte und Spuren der Zwangsarbeit und macht sie online zugänglich.
Weitere Informationen, Materialien und Hintergründe finden sich auf der Projekt-Website.
Balilla Bolognesi· Zwangsarbeiter· Italien· Walpersberg· August 1944
#Zwangsarbeit
Am Walpersberg standen nicht die Flugzeuge, sondern die Menschen im Mittelpunkt des Geschehens. Für den Bau und den Betrieb des REIMAHG-Werkes wurden zwischen 1944 und 1945 aus fast ganz Europa hierher verschleppt. Viele waren Zivilisten aus der Sowjetunion, Polen oder Italien, andere Kriegsgefangene aus der Slowakei oder Westeuropa. Sie alle mussten unter Zwang Schwerstarbeit leisten – in den Stollen, an der Startbahn, auf den Baustellen.
Die Lebensbedingungen in den Lagern waren katastrophal: Hunger, Kälte, Enge und Gewalt bestimmten den Alltag. Krankheiten breiteten sich schnell aus, medizinische Versorgung war kaum vorhanden. Misshandlungen durch Wachmannschaften und Lagerführer waren alltäglich. Viele Zwangsarbeiter starben an Entkräftung, Hunger oder infolge von Gewalt. Wie viele Menschen am Walpersberg zu Tode gebracht wurden, ist bis heute nicht genau geklärt. Eine ist namentlich zu belegen.
Trotz der brutalen Verhältnisse entwickelten die Betroffenen Strategien, um zu überleben: kleine Hilfsgemeinschaften, gegenseitige Unterstützung, der Tausch von Lebensmitteln oder das Sammeln von Resten halfen, wenigstens das Nötigste zu sichern. Einige führten , die bis heute vom Leid, aber auch vom Willen zum Überleben zeugen.
Beginn der Zwangsarbeit
Deportationen zur REIMAHG
Zwischen April 1944 und April 1945 wurden aus vielen Ländern Europas nach Kahla gebracht, um Zwangsarbeit für das Rüstungsprojekt REIMAHG am Walpersberg zu leisten.
Die Gruppe setzte sich zusammen aus Menschen aus Italien, der Sowjetunion, der Slowakei, Belgien, Polen, der Ukraine, Frankreich und Jugoslawien – darunter auch Frauen, Jugendliche und kleine Kinder, teilweise ganze Familien.
Die Gefangenen wurden in rund um den Walpersberg untergebracht. In frühen Phasen mussten sie im Freien oder direkt im Stollensystem hausen, da Unterkünfte fehlten.
Personensuche
Geben Sie Name, Herkunftsort oder Land ein, um Personen zu finden. Die Treffer enthalten nicht nur Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, sondern auch deutsche zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Abfrage
Name
Geburtsdatum
Herkunft
Lager
Details
Argini, Gilberto
27.12.1911
Italien (IT)
Lager VII
Colombari, Bruno
21.02.1917
Italien (IT)
Lager VI
Stefani, Aldo
12.02.1908
Italien (IT)
Kahla / REIMAHG
Stehzari, Aldo
12.02.1908
Italien (IT)
Lager E
Stephazari, Aldo
12.02.1908
Italien (IT)
k.A.
Seite 1
Aktueller Datenbankstand: 0 Einträge · zuletzt geändert am 19.09.2026
Genutzte Archive und Quellengeber4 Bereiche
Institutionen und Akteure in vereinheitlichter Form; einzelne Akten, Signaturen und Sammlungen werden hier nicht wiederholt.
Archive und staatliche Einrichtungen24
Arolsen Archives
Bundesarchiv (BArch)
Landesarchiv Thüringen
Thüringisches Staatsarchiv Altenburg
Landesarchiv Sachsen-Anhalt
Brandenburgisches Landeshauptarchiv
Staatsarchiv Amberg
Kreisarchiv Saale-Holzland-Kreis
Stadtarchiv Kahla
U.S. National Archives and Records Administration (NARA)
The National Archives, Kew
Air Ministry / Air Intelligence und Allied Central Interpretation Unit
Lettisches Nationalarchiv – Latvijas Valsts arhīvs (LNA LVA)
Staatsarchiv der Oblast Kyjiw (DAKO)
Nationaal Archief (Niederlande)
Haags Gemeentearchief
Stadsarchief Amsterdam
CegeSoma – Staatsarchiv Belgien
War Heritage Institute / Belgian War Dead Register
Archivio di Stato di Torino
Ministero della Cultura (Italien)
Institut des Nationalen Gedenkens (IPN) / straty.pl
Gedenkstätten, Forschungsinstitute und Verbände22
ANED – Associazione Nazionale Ex Deportati nei Campi Nazisti
ANED Brescia, ANED Imola, ANED Savona–Imperia und ANED / Regione Umbria
ANPI – Associazione Nazionale Partigiani d'Italia
ANPI Mailand, ANPI Macerata, ANPI Cinisello Balsamo und ANPI Lodigiano
Istoreco Reggio Emilia
Istoreto – Istituto piemontese per la storia della Resistenza
CIDRA Imola / „Ci portano via!“
Istituto Campano per la Storia della Resistenza
Gruppo Ricerca Ex Internati Militari Maceratesi
Deportati Brescia
Oorlogsgravenstichting
Netwerk Oorlogsbronnen
Nationaal Monument Oranjehotel
Documentatiegroep 40–45
Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit
Yad Vashem
Stichting Stolpersteine Lochem
Stichting QuMa
Comitato Pietre d'Inciampo Milano
Pietre della Memoria
Tekovské múzeum Levice und Slowakischer Bund antifaschistischer Kämpfer
Geschichts- und Forschungsverein Walpersberg e. V.
Kommunen, Museen, Bibliotheken und regionale Initiativen19
Kommunen Castelnovo ne' Monti, Imola, Robecco sul Naviglio, Rubiera, Cerro al Lambro und Vistrorio
Commune de Laguenne-sur-Avalouze
Obec Beckov
Erfgoed Lochem und Erfgoed Brugge
KU Leuven Bibliotheken
Bibliotheca Yvoir
Musée de la Tour d'Anhaive
Kasteel van Loppem
Storia e Memoria di Bologna
Storia Tifernate / Alvaro Tacchini
Centro Storico Culturale Valle Brembana
Club Alpino Italiano – Sektion Bergamo
Pro Loco Oltre il Colle
RAGEBOL / Ravels–Weelde–Poppel
Wijk Ginderbroek
Land van Rode und Nicolaus Poppelius
Kahlaer Gedenkbuch und Stadt Kahla
Bergsicherung Ronneburg / Zentrales Geologisches Institut Berlin
Landeszentrale für politische Bildung Thüringen
Digitale Fachangebote, Presse und weitere Quellengeber19
Ancestry
Légifrance / Journal officiel de la République française
INSEE sowie die Personenstandsportale acte-deces.fr, acte-de-naissance.fr und GénéaFrance
Belgian War Memorials
SNCB / NMBS
Il futuro non si cancella
Schiavi di Hitler / Ausstellung „Nebenan“
Redacon, Gazzetta di Reggio und Stampa Reggiana
Araberara, TargatoCN, Ticino Notizie und Cronache Maceratesi
Valdelriso / Le Officine del Grem
Aircrew Remembered, Asisbiz und Military-Art.com
Andreas Zapf / Flight Logs und Blitzgeschwader.de
WarAlbum.ru und russische Veteranenpublikationen
Axis History Forum, Flugzeugforum und Schatzsucher.de
Onlinelesen / Amtsblattverlag Linus Wittich
Genealogie Online, Geneawiki und Demografix
BMW und weitere beteiligte Unternehmen mit eigenen historischen Unterlagen
Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Familienarchive und private Nachlässe
Archiv des Stadtchronisten sowie der lokale Forschungsbestand des Vereins
Lager der REIMAHG
Die Hauptlager sind als interaktive 3D-Rekonstruktionen verfügbar. Öffnen Sie das jeweilige Modell direkt über das 3D-Symbol in der Lagerliste.
Übersicht Lager Einträge: 29
Lager
Anzahl
3D
Lager I Hauptlager
1000
Lager II Hauptlager
1000
Lager III Hauptlager
k.a.
Lager IV Hauptlager
400–450
Lager V Hauptlager
700–800
Lager VI Hauptlager
200
Lager VII Hauptlager
800
Lager VIII Hauptlager
vermutlich ca. 1.000
Lager D Hauptlager
k.a.
Noch kein 3D
Lager A Hauptlager
hunderte
Noch kein 3D
Lager B Hauptlager
k.a.
Noch kein 3D
Lager E Hauptlager
1000–1500
Hindenburgschule Kahla Nebenlager
k.a.
Noch kein 3D
Kleindembach Nebenlager
100–300
Noch kein 3D
Lager 0 Nebenlager
k.a.
Noch kein 3D
Lager Freienorla Nebenlager
k.a.
Noch kein 3D
Lager Hummelshain Krankenlager
k.a., 175 tote dokumentiert
Noch kein 3D
Lager J Nebenlager
100–200
Noch kein 3D
Lager Naschhausen Nebenlager
k.a.
Noch kein 3D
Lager Orlam Nebenlager
k.a.
Noch kein 3D
Lager Rieseneck Nebenlager
50 westeuropäer → später 100 italiener
Noch kein 3D
Lager Rothenstein Nebenlager
k.a.
Noch kein 3D
Lager Zeutsch Nebenlager
k.a.
Noch kein 3D
Porzallanfabrik Kahla Nebenlager
k.a.
Noch kein 3D
REIMAHG Heim Kahla Nebenlager
k.a.
Noch kein 3D
Rosengarten Nebenlager
500–600
Noch kein 3D
Schwesternheim Bauernschule Nebenlager
k.a.
Noch kein 3D
SS-Lager Walpersberg Nebenlager
k.a.
Noch kein 3D
Thüringer Hof Nebenlager
200–300
Noch kein 3D
Standorte der Lager
Die Geschichte der Zwangsarbeit am Walpersberg erinnert daran, dass hinter den nüchternen Zahlen einzelne Schicksale stehen. Jede Person in den Lagern hatte eine Heimat, eine Familie, ein Leben, das durch die nationalsozialistische Gewalt zerstört oder für immer gezeichnet wurde.
Zeitgenössische Schätzung zur Zahl der Zwangsarbeiter
Das nebenstehende Dokument entstand kurz nach Kriegsende im Jahr 1945. Es enthält eine , wie viele Kriegsgefangene und ausländische Zwangsarbeiter sich gleichzeitig im Raum Kahla und am Walpersberg befanden. Bereits im Original wird darauf hingewiesen, dass exakte Zahlen nicht mehr ermittelbar waren.
Die Angaben stellen keine Gesamtzahl aller eingesetzten Personen dar, sondern eine Momentaufnahme. Während der gesamten Bau- und Nutzungszeit kam es zu ständigen Zu- und Abgängen durch Verlegungen, Flucht, Krankheit und Tod. Die tatsächliche Gesamtzahl der eingesetzten Menschen sowie der Opfer lag deutlich höher.
⸻
Stand: März 1945
Herkunft
Anzahl (ca.)
Kriegsgefangene
240
Ausländische Zivilarbeiter gesamt
11.250
Polen
1.510
Belgier
710
Slowenen
1.200
Italiener
2.510
„Ostarbeiter“
5.020
Niederländer
300
Quelle: . Dokument aus dem März 1945
Statistiken zur Zwangsarbeit
Wir haben aktuell 0 Einträge in unserer Datenbank; diese werden laufend überarbeitet und mit neuen Informationen ergänzt. Da die Abweichung zur realen Anzahl hoch ist (zu Spitzenzeiten waren etwa 10.500 Menschen gleichzeitig in den Lagern; zudem gab es Verlegungen u. a.), ist die Statistik zwangsläufig verzerrt. Auch fehlen bei vielen Einträgen genaue Angaben. Trotzdem geben die Zahlen einen Einblick in die Situation und in die Menschen, die am Walpersberg Zwangsarbeit leisten mussten. Wir freuen uns über Korrekturen und Hinzufügungen.
Stand: Letztes Update der Zwangsarbeiterdatenbank 19.09.2026
Entdecken Sie die Herkunftsorte auf der interaktiven Europakarte. Zoomen Sie in Regionen hinein und sehen Sie, aus welchen Bereichen Europas die Menschen zu den Lagern verschleppt wurden.
Länder
Keine Daten vorhanden.
Geschlecht, Alterskohorten
Verteilung
Berechne …
Todesfälle
Gesamt: 0
Nach Nation
Nach Todesursache
Zeitverlauf (ISO‑Wochen)
Wand der Erinnerung
Zwölf Porträts ehemaliger Zwangsarbeiter machen individuelle Lebenswege sichtbar. Ein Klick auf ein Porträt öffnet vertiefende Informationen.
Porträts
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Museumsobjekte zur Zwangsarbeit
Im Dokumentationszentrum Walpersberg sammeln wir seit 20 Jahren originale Objekte – hier präsentieren wir eine sorgfältig kuratierte Auswahl.
Zwangsarbeit
Arbeitsbücher und Personalunterlagen von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern
Arbeitsbücher und Personalunterlagen dokumentieren die systematische Erfassung und Kontrolle von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern am Walpersberg. Sie stehen für die bürokratische Organisation von Ausbeutung und Gewalt – und bewahren zugleich die Namen und Gesichter der Betroffenen.
Zwangsarbeit
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Besteck aus dem Lager E
Besteck aus dem Lager E – ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand aus dem Leben der Zwangsarbeiter.
Zwangsarbeit
Zwangsarbeit
Wasserkrug aus dem Lager 8
Wasserkrug aus dem Lager 8 – ein Alltagsobjekt der Zwangsarbeiter und Zeugnis der elementaren Versorgung im Lageralltag.
Zwangsarbeit
Zwangsarbeit
Ausstattungsgegenstände aus einer Baracke des Lagers E
Die gezeigten Objekte stammen aus der Ausstattung einer Baracke des Lagers E am Walpersberg. Sie verdeutlichen die einfachen, beengten Lebensverhältnisse der dort untergebrachten Zwangsarbeiter und geben Einblick in den Alltag jenseits der Arbeitseinsätze für die REIMAHG.