Deckname Lachs — Steckbrief
—

Hinweis zur Karte: Die Geokoordinaten wurden automatisch über die Objektnamen (aus Primärarchiven) ermittelt und noch nicht alle überprüft. Daher kann es zu Fehlern kommen. Korrekturen nehmen wir gerne über das Formular in der Detailansicht der Anlagen entgegen.
Die Vorschau zeigt einen Ausschnitt unserer Datenbank. Über die Suche lassen sich Decknamen, Orte, Firmen und Kennnummern kombinieren.
Durchsucht Decknamen, Aliasse, Orte, Firmen, Kennnummern und Notizen – am besten mit Schlagworten oder Aktenzeichen arbeiten.
Tippe auf eine Tabellenzeile, um alle Details zum Objekt zu öffnen.
| Deckname | Objekt | Fertigungszweck |
|---|
Im Rahmen der REIMAHG war geplant, mehrere Verlagerungsbaustellen im Raum Saale–Orlagau als funktionale Einheit zu betreiben. Fertigungsschritte und Lager sollten auf verschiedene Untertageanlagen verteilt werden: Die Baustellen „Lachs“ (Kahla/Porzellansandgrube), „Schneehase“ (Kamsdorf/Maximilianshütte) und „Pikrit“ (Krölpa bei Pößneck) sollten gemeinsam Kapazitäten schneller aufbauen, Material- und Arbeitskräfteflüsse steuern und Luftangriffsrisiken verteilen. Damit war eine straffe Organisation vorgesehen – mit entsprechend hoher Abhängigkeit von Zwangsarbeit.
—
—
—
Der Walpersberg ist ein 320 Meter hoher Sandsteintafelberg im Saaletal. Sein kaolinhaltiger Sand wurde seit 1897 durch die Porzellanwerke Kahla AG im Südosten des Berges unter Tage abgebaut. Auf der 226-Meter-Sohle entstand ein weitverzweigtes Stollensystem, das bis 1944 rund 40.000 Quadratmeter umfasste. Eine zweite Anlage, die sogenannte „Meltzer-Grube“, wurde ab 215 Meter im Südwesten aufgefahren und erreichte bis 1928 eine Fläche von etwa 23.000 Quadratmetern. Beide Gruben nutzten das Hohlkammerabbauverfahren und dienten über Jahrzehnte der Rohstoffversorgung der regionalen Porzellanindustrie.
vorgeschichte
Unsere Sammlung im Dokuzentrum Walpersberg erzählt, wie aus einem Sandsteinberg ein industrielles Großprojekt wurde. Fotografien, Kartenausschnitte und Originalobjekte zeigen den Rohstoffabbau, frühe Planungen und die ersten Eingriffe in den Berg.
Der Walpersberg erhielt im Oktober 1944 den Decknamen „Lachs“, als das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion einheitliche Tarnbezeichnungen für die Vielzahl an Verlagerungsprojekten einführte. Grundlage war ein Klassifizierungssystem, das die Namen nach Art der genutzten Hohlräume ordnete:
Unabhängig davon entstand im Umfeld der Gustloff-Werke eine eigene Bezeichnung: REIMAHG. Dieses Kunstwort war das Kürzel für „Reichsmarschall Hermann Göring“ und wurde als Name der dort eingerichteten Betriebsgruppe der Gustloff-Werke verwendet. Im Gegensatz zum Tarnnamen „Lachs“, der vor allem zur Verschleierung diente, sollte „REIMAHG“ die enge Verbindung zum Patron Göring und die besondere Bedeutung der Anlage in der NS-Rüstungsplanung unterstreichen.