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Luftaufnahme des Walpersbergs in der Nachkriegszeit
DDR-Zeit · Datierung offenStollenkreuzung · NVA-NutzungArchiv Geschichts- und Forschungsverein Walpersberg e. V.

Nachnutzung

Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb der Walpersberg ein Ort militärischer Nutzung und Geheimhaltung. Das ehemalige REIMAHG-Werk erhielt in den folgenden Jahrzehnten neue Rollen – von landwirtschaftlichen Lagern über geologische Archive bis hin zum militärischen Sperrgebiet.

Nachnutzung des Walpersbergs

April–Juli 1945

Am 13. und 14. April 1945 erreichten Einheiten der 89. US-Infanteriedivision die Region um Kahla. Sie befreiten die Lager und das Betriebskrankenhaus in Hummelshain, in dem sich über hundert Zivilisten und Kranke befanden. Nach der Besetzung durch die Amerikaner wurden deutsche Wachmannschaften abgezogen, während Zwangsarbeiter und Einheimische die Anlagen plünderten. Maschinen, Fahrzeuge und Materialien wurden teils mutwillig zerstört oder verbrannt.

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Juli 1945–1949

Nach dem Abzug der letzten US-Truppen aus Kahla am 3. Juli 1945 trafen am folgenden Tag sowjetische Vorauskommandos ein. Für die unmittelbare Übergabe des Walpersbergs ist bisher kein eigenes Protokoll bekannt. Sowjetische Stellen erfassten und demontierten das Werk. Danach wurden Zugänge, Schächte und ausgewählte unterirdische Bereiche unbrauchbar gemacht. Berichte belegen noch Ende 1948 laufende Kontrollen und für das erste Halbjahr 1949 abgerechnete Liquidierungsarbeiten. Nicht jede später sichtbare Veränderung lässt sich einer bestimmten Sprengung zuordnen.

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Ab 1957

Für 1957 ist die Herrichtung einzelner Stollen und eine Getreideeinlagerung durch die VEAB überliefert. Später nutzte auch die LPG Walpersberg Teilbereiche zur Lagerung von Kartoffeln. Diese Nutzungen belegen deutsche Verfügungsfähigkeit über einzelne Bereiche, aber nicht den Zeitpunkt einer vollständigen Übergabe des gesamten Walpersbergs.

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1961–1969

Von 1961 bis 1969 bestand im Südteil der Anlage ein zentrales Bohrkernarchiv der DDR-Geologie. Dort wurden Bohrkerne aus Rohstoff- und Baugrunduntersuchungen eingelagert. Die zeitgenössische institutionelle Zuordnung ist noch zu präzisieren; die spätere Bezeichnung „VEB Geologische Forschung und Erkundung Halle“ darf nicht ohne Prüfung auf die gesamte Laufzeit zurückprojiziert werden.

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1972–1988

Ab 1972 führte die Bergsicherung Ronneburg Erkundungsarbeiten im Walpersberg durch. Mehrere neue Erkundungsstollen erschlossen und untersuchten zuvor unzugängliche Bereiche. Das ingenieurgeologisch-bergschadenkundliche Gutachten von 1988 fasste Zustand, Gefährdungen und Sicherungsbedarf zusammen. Die Datierung und Gesamtlänge einzelner Auffahrungen werden anhand der zugehörigen Riss- und Auftragsunterlagen weiter geprüft.

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Ab 1974

Ab 1974 begann der Ausbau von Teilen der Anlage zum NVA-Komplexlager 22. Stollen wurden gesichert, mit Spritzbeton befestigt und für die Lagerung von Munition und Sprengstoffen hergerichtet. Andere Darstellungen nennen Planung, Erwerb oder erste Arbeiten bereits ab 1966 beziehungsweise 1972. Diese Angaben beschreiben wahrscheinlich unterschiedliche Phasen und werden nicht zu einem einzigen Übernahmedatum zusammengezogen.

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1990er Jahre

Nach der deutschen Einheit übernahm die Bundeswehr das ehemalige NVA-Areal. Bestände wurden geräumt und die militärische Nutzung später aus Kostengründen aufgegeben. Ein belastbarer objektspezifischer Beleg für das bisher genannte Abschlussjahr 1998 liegt in den ausgewerteten Quellen noch nicht vor. Deshalb bleibt die Chronologie an dieser Stelle bewusst ohne exaktes Enddatum.

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Seit 10. Oktober 2007

Am 10. Oktober 2007 übernahm der Geschichts- und Forschungsverein Walpersberg e. V. einen großen Teil des Areals. Seither erforscht, sichert und vermittelt der Verein die Geschichte des Ortes. Ausstellung, Führungen, Dokumentation und internationale Kontakte verbinden die Pflege des Geländes mit der Erinnerung an die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter.

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Technik

Museumsobjekte zur Nachnutzung

Im Dokumentationszentrum Walpersberg zeigen wir Objekte, die die vielfältigen Nachnutzungen der Anlage nach dem Krieg dokumentieren.

Zusammengeschmolzene Splinte aus dem gesprengten Stollensystem
Technik

Zusammengeschmolzene Splinte aus dem gesprengten Stollensystem

Dieser Metallblock besteht aus zahlreichen Splinten, die bei sowjetischen Sprengungen nach 1945 im Stollensystem des Walpersbergs zusammengeschmolzen sind. Er steht für die gewaltsame Zerstörung der unterirdischen Rüstungsanlagen und markiert das Ende ihrer militärischen Nutzung.

Technik
Schaltschrank aus dem NVA-Komplexlager 22
Nachgeschichte

Schaltschrank aus dem NVA-Komplexlager 22

Schaltschrank aus dem NVA-Komplexlager 22 – Zeugnis der militärischen Nachnutzung des Walpersbergs in der DDR.

Nachgeschichte