Zeitzeugnis
Giovanni Maltagliati – Walpersberg
35. È venuto a sapere se delle ex-guardie o altre persone sono state arrestate dopo l’avvento degli americani? No, non ho saputo più nulla (Vgl. Q1) 36. Quando è tornato in Italia? Arrivai a Magenta il 26 Luglio 1945 alle quattro del mattino. Passai davanti alla casa di mia zia e dalla finestra vidi che era già alzata, perché si stava preparando per i lavori nella stalla. La chiamai, lei fece un urlo di gioia che svegliò tutto il vicinato, mi corse incontro e mi abbracciò più volte. Mia cugina prese la bicicletta e corse ad avvisare i miei genitori. Fragebogen 1. Wann wurden Sie von den Deutschen festgenommen und unter welchen Umständen? Ich wurde während der Nazi-faschistischen Vergeltungsaktion vom 20. und 21. Juli 1944 in Robecco su Naviglio festgenommen worden, in einem kleinen Dorf nahe Magenta, das damals ca. 3.000 Einwohner hatte. Beschreibung des Hergangs. Am Nachmittag des 20 Juli 1944 machte sich eine Gruppe von Soldaten, bestehend aus drei Deutschen und einem italienischem Faschisten auf, ein Lager von Stoffen zu beschlagnahmen, das ein Mailänder Geschäftsmann in einem Bauernhof versteckt hatte. Dieses wurde von einigen Partisanen bewacht. Es kam zu einer Schießerei, bei der ein deutscher Feldwebel und der Partisan Luigi Valenti verletzt wurden. Ersterer wurde von seinen Leuten nach Abbiategrasso gebracht, starb aber bereits auf dem Weg dorthin. Der zweite wurde vom Dorfarzt, Dottor de Bonis und seinem Assistenten don Magni behandelt und daraufhin, schon im Sterben, in eine Hütte gebracht, die die Bauern für ihre Feldarbeit nutzten, in der Nähe eines Gutshofes namens “Tangola”. Auf dem Rückweg wurden Arzt und Assistent von den Deutschen angehalten, die ins Dorf zurückgekehrt waren. Nachdem sie don Magni gedroht hatten, ihn an die Wand zu stellen, weil er den Aufenthaltsort des Verwundeten nicht preisgeben wollte, erklärte der Arzt, wohin sie den Partisanen gebracht hatten. Dort angekommen begannen die Deutschen, einige Bauern der "Tangola" zu verhaften, und dann holten sie Luigi Valenti aus der Hütte und brachten ihn, zusammen mit seinem Vater, dem Bruder und der Schwester, die ihm zuvor zu Hilfe geeilt waren, und brachten ihn dorthin, wo das Gefecht stattgefunden hatte. Nach einer kurzen Besprechung erschossen die Soldaten seinen Vater Enrico und seinen Bruder Angelo und warfen ihre Leichen zusammen mit dem inzwischen toten Luigi in die Hütte, die in der Zwischenzeit in Brand gesteckt worden war. Die Vergeltungsaktion der Deutschen war jedoch noch nicht beendet, da die deutsche Kommandantur den SS und der Legioni Muti eine neue Attacke auf Robecco befohlen hatte Am folgenden Tag, um 10.30, kehrten die Deutschen und die Faschisten mit Verstärkung ins Dorf zurück, verteilten Maschinengewehre auf dem Kirchplatz und an allen Zugängen und zwangen alle Männer des Dorfes dazu, zum Hauptplatz zu kommen. Daraufhin teilten sie sie in zwei Gruppen; in einer Gruppe die Alten, in der anderen diejenigen, die sie für arbeitstauglich hielten. Nach einigen Stunden, als schon mehrere Häuser in Brand gesteckt worden waren, verkündete der deutsche Anführer des Strafkommandos sein Urteil und fünf Bürger (Castellari Giovanni, Locatelli Mario, Pellegatta Ermanno, Pellegatta Luigi e Staurengo Angelo) wurden von einem Erschießungskommando exekutiert. Weitere sechzig Bürger wurden aber auf einen LKW geladen und deportiert. Zunächst kamen sie in das Lager in San Vittore, und dann, am 9. August, wurden sie ins Konzentrationslager von Kahla Weimar geschickt. Dort mussten sie die Stollen ausheben in langen Arbeitsschichten von 12 Stunden, und bekamen dafür eine Schüsselchen Suppe und ein Stück Brot. Aufgrund des Mangels und der ihnen zugefügten Gewalt kamen neun von ihnen nicht mehr zurück. Unter den Deportierten war auch ich. 2. Beschreiben Sie bitte den Transport von Italien nach Kahla. Können Sie sich an Zwischenstopps während der Reise erinnern? Wie waren die Transportbedingungen? Am Abend des 21. Juli wurden wir nach Mailand gebracht, in das Gefängnis von San Vittore und dort blieben wir 20 Tage lang. Am 9. Augut verließen wir Mailand (Scalo Farini) in einem Viehtransport in Richtung Deutschland. In jedem Waggon befanden sich 25 personen unter Überwachung eines bewaffneten deutschen Soldaten. In den Waggons gab es nur etwas Stroh zum Schlafen. Wir hatten einen Beutel mit Brot, den uns unsere Verwandten in Mailand am Tag unserer Abreise mitgegeben hatten. Dann hielten wir vor dem Brenner, zwischen Bolzano und Bressanone (Brixen, Anm. I.S.). Sie ließen uns in der Nähe einer Obstplantage aussteigen, damit wir uns erleichtern konnten. Zwei meiner Mitgefangenen, Cereghini, und ein anderer, der nicht aus Robecco kam, konnten fliehen. Als unser deutscher Bewacher das bemerkte, begann er wie verrückt in den Obstgarten zu schießen. Ein weiterer Halt kam nach München. Wir kamen nachts in Nürnberg an, während einer Bombardierung, wir waren im Dunkeln in den Waggons eingeschlossen. Nach vier Tagen, gegen Abend, kamen wir nach Weimar. Zum ersten Mal gaben sie uns ein Abendessen: Suppe und Brot; wir schliefen auf Pritschen. tags darauf wurden wir nach Kahla gebracht. Das Arbeitslager hieß "Rosengarten". 3. Erinnern Sie sich, wann Sie nach Kahla gekommen sind und in welchem Lager der REIHMAG sie zuerst untergebracht wurden? Wurden Sie später in ein anderes Lager gebracht? Anfangs waren wir in einer Garage für Busse untergebracht. Wir waren 133 Personen und blieben 40 Tage lang dort. Dann brachten sie uns 3 km von Kahla entfernt in das Lager von Reiseneck in ein Gebäude, das vielleicht einmal ein Theater gewesen war, denn ich erinnere mich an Kulissen, die auf die Wand gemalt waren.
Forschungsdatensatz
Dokumentierte Angaben
- Person
- Giovanni Maltagliati
- Rolle
- Zwangsarbeiter
- Ort
- Walpersberg
- Zeitraum
- 1944
Überlieferung und Kontext
Namen und Schlagwörter
Quellen und Nachweise
- zeitzeugen_komplett_ocr.pdf