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Zeitzeugnis

Julia Lenczewska – Kahla

ob Sterbefälle aufgetreten waren. Bei solchen Besuchen wurde bei niemand mit Schlägen und Beschimpfungen gespart. Bemerkenswert sind auch die Schikanen, die die politischen Leiter im Flussgebiet auf die Fremdarbeiter ausübten. Abgearbeitet, ermüdet und hungrig kehrten wir von der Arbeit in die Lager zurück. Der Weg, der zum Lager führte, zog sich unterhalb eines Berges entlang. Es: suchte deshalb jeder den kürzeren und bequemeren Weg, um schneller ins Lager zu kommen und sich ausruhen zu können. Man konnte den Weg abkürzen, indem man einen Steg über den nahe gelegenen Fluss benutzte, der unmittelbar am Lager vorbeifloss. Gerade unter diesem Steg versteckten sich die politischen Leiter und schossen in die vorbeikommenden Fremdarbeiter. Sie schossen aus Karabinern und zwar sehr gezielt. Diese List wurde nicht täglich angewendet, was den Sadismus der Henker besonders deutlich macht. Nach dieser Unterbrechung komme ich zurück auf das, was ich während der Evakuierung erlebte. Als die Evakuierung begann, stellte ich fest, dass unsere Gruppe von SS-Leuten mit Hunden umstellt war. Für mich und alle anderen Menschen, die in diesem Lager lebten, war die Evakuierung das größte und schrecklichste Erlebnis. Beim Schreien der SS, Stöhnen geschlagener Menschen und Hundegebell wurden wir in Gruppen zu 200-300 Personen eingeteilt und in Richtung Orlamünde getrieben. Das geschah am 9. April um 22 Uhr. Es spielten sich höllische Szenen ab. Hunde sprangen die aus der Reihe Geratenen an. SS- Männer schlugen mit Karabinern auf Zurückgebliebene ein. Ungefähr 4 km hinter Orlamünde begann man, auf die Zurückgebliebenen zu schielten. Erst gegen Morgen, als die SS-Leute, wie wir feststellten, nicht mehr zugegen waren und uns der Volkssturm führte, erlaubte man uns, auszuruhen. Im Laufe des Tages gelangten wir zu dem Dorfe, Knau. Hier machte ich furchtbare Augenblicke durch. Mein Mann war sehr entkräftet und konnte nicht weitergehen. Er fiel einfach auf die Strasse und wurde ohnmächtig. Der uns: beaufsichtigende Deutsche legte den Karabiner an und wollte meinen Mann erschießen. Die (deutsche) Zivilbevölkerung ließ es jedoch nicht zu diesem Mord kommen. In diesem Dorfe wurden wir zurückgehalten und in einer Baracke ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener untergebracht. Hier wurden wir auch am 13. April von der amerikanischen Armee befreit. In der zweiten Hälfte des Monats April kehrten wir ins Lager zurück, um Personalangelegenheiten zu erledigen. Auf dem Rückweg stellten wir an der Strasse hinter Orlamünde sehr viele Gräber fest. Mein Mann öffnete eines der Gräber mit den Händen, um festzustellen, wer dort begraben lag. Wir stellten fest, dass es ein Mann in Zivilkleidung und Holzpantoffeln und mit einem Rückenschuss war. Wahrscheinlich handelte es sich bei diesem Manne um ein Mitglied unseres Evakuierungstransportes. Den Namen konnten wir nicht feststellen, da wir keinerlei Papiere bei ihm fanden. Es lässt sich daraus folgern, dass in vielen dieser Gräber Menschen aus dem Lager REIMAHG lagen. Wenn ich das Leben im Lager REIMAHG analysiere, komme ich zu dem Ergebnis, dass es eine organisierte Widerstandsbewegung unter den Fremdarbeitern nicht gab. Frau Julia Lenczewska berichtet folgendes: Nach Deutschland wurde ich gemeinsam mit meinem Mann gebracht. Warschau verließ ich am 07.Oktober 1944, nach Kahla kamen wir am 06.November. Unterwegs durchliefen wir die Durchgangslager in Pruszkow, Landsdorf und Erfurt. Der Transport wurde von Funktionären der SS begleitet. Wir ernährten uns von Zwieback, den wir noch von zu Hause mitgebracht hatten. Man ließ uns nicht einmal hinaus, um unsere natürliche Notdurft zu verrichten, obwohl Frauen und Männer gemeinsam reisten. In den Durchgangslagern ordnete, fotografierte und entlauste man uns. Bei der Ankunft in Kahla zeigte ich eine Bescheinigung, dass ich von Beruf Krankenpflegering bin, im Ergebnis dessen erhielt ich Arbeit zugeteilt in der Sanitätsstelle des Baulager IV. Ich wohnte gemeinsam mit meinem Mann in einer Gemeinschaftsbaracke im Lager II und zur Arbeit hatte ich 4 km. Die Baracke war noch nicht fertig, nicht heizbar und hatte ein schlechtes Dach. Zur Erreichung der Baracke mussten wir durch Morast, angesichts dessen hatten wir schon in den ersten Tagen ständig feuchte Schuhe. Wir arbeiteten in unserer eigenen Kleidung, nicht den Verhältnissen auf dem Bau angepasst, was bei den Menschen ständig Katarrh und Untertemperatur verursachte. Wir arbeiteten 12 Stunden. Es wurde früh aufgestanden, gegen 4 – 5 Uhr, dann wurde zum Appell gerannt. Unsere Ernährung zweimal täglich: morgens Kaffe, 250 Gramm Brot und 50 Gramm Fett (meist Margarine), sowie abends 1 Liter Suppe (Runkelrüben, Kohlrüben oder Möhren mit Zutaten). Aber diese Mahlzeiten konnten wir Aufgrund von Fliegeralarm oft nicht einnehmen. Weihnachten erhielten wir 7 Kartoffeln, von welchen 2/3 verfault waren. Die Lagerordnung war eine Qual. So ein Dasein verursachte schon nach einigen Wochen Krankheiten. Meine Arbeit in der Sanitätsstelle des Lager IV: Leiter der Sanitätsstelle war der Sanitäter Hermann Kupera. Zur Hilfe hatte er Anfangs einen Gefangenenarzt, einen Franzosen (Medizinstudent), später einen Italiener. An seinen Namen erinnere ich mich nicht. Das Hilfspersonal bildeten 3 polnische Krankenpflegerinnen und eine Estin. Die Arbeit in der Sanitätsstelle war folgendermaßen organisiert: die angemeldeten Kranken besichtigte Kupera flüchtig, ordnete sie, warf die hinaus, welche in ihm den Verdacht erweckten, dass sie simulierten, registrierte und assistierte danach bei den Untersuchungen durch den Arzt. Nach dem diagnostischen Behorchen teilte er allein die Arznei zu und verschrieb Erleichterungen. Er entschied auch allein über die Einweisungen der Kranken in das Krankenhaus Jena Kupera besuchte auch die Kranken in den Baracken. Arznei war nur in sehr begrenzter Anzahl vorhanden. Der französische Arzt war sehr gut zu den Zwangsarbeitern. Er beeinflusste die Sanitäter zur Arbeitsbefreiung und zur Ausgabe von Arznei. Wahrscheinlich kam er in den SS Bunker, jedenfalls weiß ich nicht, was aus ihm wurde. Der italienische Arzt war strenger Kupera konnte sich auf ihn verlassen und hob seine selbständigen Entscheidung auf. Kupera war in meinen Augen ein rücksichtsloser Mensch, der blindlings die Verfügungen der Vorgesetzten ausführte. Er war emsig und verlangte das auch von seinem Personal. Er hasste die Russen deshalb, weil er 4 Söhne an der Ostfront hatte. Er hörte nichts von ihnen, wenigstens konnte er den Schwerkranken tödliche Einspritzungen geben. Die Zwangsarbeiter des Lager IV waren den Misshandlungen weniger ausgesetzt als in den anderen Lagern. Sie hatten ein wenig bessere Ernährung, ein Bad das in Betrieb war, sie bekamen auch Arbeitskleidung. Die Kranken dieses Lagers waren in besseren Verhältnissen im Vergleich zu anderen. Läuse gab es in diesem Lager nicht. Die Sterblichkeit war gering, desto mehr starben Belgier und Russen. Italiener waren im Lager wenig. Die Ursache der Sterblichkeit war meistens allgemeiner Vitaminmangel. Dagegen starben in anderen Lagern die Zwangsarbeiter an Wassersucht infolge Hungers und Durchfall. Die Italiener litten sehr schwer unter dem Klima. Kurz vor der Evakuierung versteckte ich mich in der Krankenstube des Lagers II, wo ich freiwillig arbeitete. Der Zustand der Stube war tragisch: Überfüllung, die Infektionskrankheiten inmitten der anderen Kranken, schreckliche Verlausung und Hunger. Es fehlten Arzneimittel und die Sterblichkeit war sehr groß. Nach Ankunft der amerikanischen Armee verblieb ich in der Krankenstube als Diplomschwester. Die Ärztemannschaft der amerikanischen Armee handelte planmäßig: sie versorgten das Lager schnell mit Desinfektionsmitteln, Arznei und Lebensmitteln. Ich gab allein über 100 Traubenzucker Einspritzungen täglich. Leider starben trotz dieser Hilfe viele unter den kranken nach der Befreiung. Groß war auch die Sterblichkeit außerhalb der Krankenstube, besonders infolge der Veränderung der Ernährung. Ich erinnere mich dass ich leider erfolglos einen Menschen rettete, welcher am ersten Tag der Freiheit 1 kg Brot aß. Die Toten des Lagers II wurden in Massengräbern beerdigt in der Nähe der Baracken, auf einer Anhöhe.

Forschungsstand dokumentiert

Forschungsdatensatz

Dokumentierte Angaben

Person
Julia Lenczewska
Rolle
Zwangsarbeiterin
Ort
Kahla
Zeitraum
1945

Überlieferung und Kontext

ob Sterbefälle aufgetreten waren. Bei solchen Besuchen wurde bei niemand mit Schlägen und Beschimpfungen gespart. Bemerkenswert sind auch die Schikanen, die die politischen Leiter im Flussgebiet auf die Fremdarbeiter ausübten. Abgearbeitet, ermüdet und hungrig kehrten wir von der Arbeit in die Lager zurück. Der Weg, der zum Lager führte, zog sich unterhalb eines Berges entlang. Es: suchte deshalb jeder den kürzeren und bequemeren Weg, um schneller ins Lager zu kommen und sich ausruhen zu können. Man konnte den Weg abkürzen, indem man einen Steg über den nahe gelegenen Fluss benutzte, der unmittelbar am Lager vorbeifloss. Gerade unter diesem Steg versteckten sich die politischen Leiter und schossen in die vorbeikommenden Fremdarbeiter. Sie schossen aus Karabinern und zwar sehr gezielt. Diese List wurde nicht täglich angewendet, was den Sadismus der Henker besonders deutlich macht. Nach dieser Unterbrechung komme ich zurück auf das, was ich während der Evakuierung erlebte. Als die Evakuierung begann, stellte ich fest, dass unsere Gruppe von SS-Leuten mit Hunden umstellt war. Für mich und alle anderen Menschen, die in diesem Lager lebten, war die Evakuierung das größte und schrecklichste Erlebnis. Beim Schreien der SS, Stöhnen geschlagener Menschen und Hundegebell wurden wir in Gruppen zu 200-300 Personen eingeteilt und in Richtung Orlamünde getrieben. Das geschah am 9. April um 22 Uhr. Es spielten sich höllische Szenen ab. Hunde sprangen die aus der Reihe Geratenen an. SS- Männer schlugen mit Karabinern auf Zurückgebliebene ein. Ungefähr 4 km hinter Orlamünde begann man, auf die Zurückgebliebenen zu schielten. Erst gegen Morgen, als die SS-Leute, wie wir feststellten, nicht mehr zugegen waren und uns der Volkssturm führte, erlaubte man uns, auszuruhen. Im Laufe des Tages gelangten wir zu dem Dorfe, Knau. Hier machte ich furchtbare Augenblicke durch. Mein Mann war sehr entkräftet und konnte nicht weitergehen. Er fiel einfach auf die Strasse und wurde ohnmächtig. Der uns: beaufsichtigende Deutsche legte den Karabiner an und wollte meinen Mann erschießen. Die (deutsche) Zivilbevölkerung ließ es jedoch nicht zu diesem Mord kommen. In diesem Dorfe wurden wir zurückgehalten und in einer Baracke ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener untergebracht. Hier wurden wir auch am 13. April von der amerikanischen Armee befreit. In der zweiten Hälfte des Monats April kehrten wir ins Lager zurück, um Personalangelegenheiten zu erledigen. Auf dem Rückweg stellten wir an der Strasse hinter Orlamünde sehr viele Gräber fest. Mein Mann öffnete eines der Gräber mit den Händen, um festzustellen, wer dort begraben lag. Wir stellten fest, dass es ein Mann in Zivilkleidung und Holzpantoffeln und mit einem Rückenschuss war. Wahrscheinlich handelte es sich bei diesem Manne um ein Mitglied unseres Evakuierungstransportes. Den Namen konnten wir nicht feststellen, da wir keinerlei Papiere bei ihm fanden. Es lässt sich daraus folgern, dass in vielen dieser Gräber Menschen aus dem Lager REIMAHG lagen. Wenn ich das Leben im Lager REIMAHG analysiere, komme ich zu dem Ergebnis, dass es eine organisierte Widerstandsbewegung unter den Fremdarbeitern nicht gab. Frau Julia Lenczewska berichtet folgendes: Nach Deutschland wurde ich gemeinsam mit meinem Mann gebracht. Warschau verließ ich am 07.Oktober 1944, nach Kahla kamen wir am 06.November. Unterwegs durchliefen wir die Durchgangslager in Pruszkow, Landsdorf und Erfurt. Der Transport wurde von Funktionären der SS begleitet. Wir ernährten uns von Zwieback, den wir noch von zu Hause mitgebracht hatten. Man ließ uns nicht einmal hinaus, um unsere natürliche Notdurft zu verrichten, obwohl Frauen und Männer gemeinsam reisten. In den Durchgangslagern ordnete, fotografierte und entlauste man uns. Bei der Ankunft in Kahla zeigte ich eine Bescheinigung, dass ich von Beruf Krankenpflegering bin, im Ergebnis dessen erhielt ich Arbeit zugeteilt in der Sanitätsstelle des Baulager IV. Ich wohnte gemeinsam mit meinem Mann in einer Gemeinschaftsbaracke im Lager II und zur Arbeit hatte ich 4 km. Die Baracke war noch nicht fertig, nicht heizbar und hatte ein schlechtes Dach. Zur Erreichung der Baracke mussten wir durch Morast, angesichts dessen hatten wir schon in den ersten Tagen ständig feuchte Schuhe. Wir arbeiteten in unserer eigenen Kleidung, nicht den Verhältnissen auf dem Bau angepasst, was bei den Menschen ständig Katarrh und Untertemperatur verursachte. Wir arbeiteten 12 Stunden. Es wurde früh aufgestanden, gegen 4 – 5 Uhr, dann wurde zum Appell gerannt. Unsere Ernährung zweimal täglich: morgens Kaffe, 250 Gramm Brot und 50 Gramm Fett (meist Margarine), sowie abends 1 Liter Suppe (Runkelrüben, Kohlrüben oder Möhren mit Zutaten). Aber diese Mahlzeiten konnten wir Aufgrund von Fliegeralarm oft nicht einnehmen. Weihnachten erhielten wir 7 Kartoffeln, von welchen 2/3 verfault waren. Die Lagerordnung war eine Qual. So ein Dasein verursachte schon nach einigen Wochen Krankheiten. Meine Arbeit in der Sanitätsstelle des Lager IV: Leiter der Sanitätsstelle war der Sanitäter Hermann Kupera. Zur Hilfe hatte er Anfangs einen Gefangenenarzt, einen Franzosen (Medizinstudent), später einen Italiener. An seinen Namen erinnere ich mich nicht. Das Hilfspersonal bildeten 3 polnische Krankenpflegerinnen und eine Estin. Die Arbeit in der Sanitätsstelle war folgendermaßen organisiert: die angemeldeten Kranken besichtigte Kupera flüchtig, ordnete sie, warf die hinaus, welche in ihm den Verdacht erweckten, dass sie simulierten, registrierte und assistierte danach bei den Untersuchungen durch den Arzt. Nach dem diagnostischen Behorchen teilte er allein die Arznei zu und verschrieb Erleichterungen. Er entschied auch allein über die Einweisungen der Kranken in das Krankenhaus Jena Kupera besuchte auch die Kranken in den Baracken. Arznei war nur in sehr begrenzter Anzahl vorhanden. Der französische Arzt war sehr gut zu den Zwangsarbeitern. Er beeinflusste die Sanitäter zur Arbeitsbefreiung und zur Ausgabe von Arznei. Wahrscheinlich kam er in den SS Bunker, jedenfalls weiß ich nicht, was aus ihm wurde. Der italienische Arzt war strenger Kupera konnte sich auf ihn verlassen und hob seine selbständigen Entscheidung auf. Kupera war in meinen Augen ein rücksichtsloser Mensch, der blindlings die Verfügungen der Vorgesetzten ausführte. Er war emsig und verlangte das auch von seinem Personal. Er hasste die Russen deshalb, weil er 4 Söhne an der Ostfront hatte. Er hörte nichts von ihnen, wenigstens konnte er den Schwerkranken tödliche Einspritzungen geben. Die Zwangsarbeiter des Lager IV waren den Misshandlungen weniger ausgesetzt als in den anderen Lagern. Sie hatten ein wenig bessere Ernährung, ein Bad das in Betrieb war, sie bekamen auch Arbeitskleidung. Die Kranken dieses Lagers waren in besseren Verhältnissen im Vergleich zu anderen. Läuse gab es in diesem Lager nicht. Die Sterblichkeit war gering, desto mehr starben Belgier und Russen. Italiener waren im Lager wenig. Die Ursache der Sterblichkeit war meistens allgemeiner Vitaminmangel. Dagegen starben in anderen Lagern die Zwangsarbeiter an Wassersucht infolge Hungers und Durchfall. Die Italiener litten sehr schwer unter dem Klima. Kurz vor der Evakuierung versteckte ich mich in der Krankenstube des Lagers II, wo ich freiwillig arbeitete. Der Zustand der Stube war tragisch: Überfüllung, die Infektionskrankheiten inmitten der anderen Kranken, schreckliche Verlausung und Hunger. Es fehlten Arzneimittel und die Sterblichkeit war sehr groß. Nach Ankunft der amerikanischen Armee verblieb ich in der Krankenstube als Diplomschwester. Die Ärztemannschaft der amerikanischen Armee handelte planmäßig: sie versorgten das Lager schnell mit Desinfektionsmitteln, Arznei und Lebensmitteln. Ich gab allein über 100 Traubenzucker Einspritzungen täglich. Leider starben trotz dieser Hilfe viele unter den kranken nach der Befreiung. Groß war auch die Sterblichkeit außerhalb der Krankenstube, besonders infolge der Veränderung der Ernährung. Ich erinnere mich dass ich leider erfolglos einen Menschen rettete, welcher am ersten Tag der Freiheit 1 kg Brot aß. Die Toten des Lagers II wurden in Massengräbern beerdigt in der Nähe der Baracken, auf einer Anhöhe.

Namen und Schlagwörter

  • Luftkrieg
  • Erinnerung

Quellen und Nachweise

  1. zeitzeugen_komplett_ocr.pdf