Zeitzeugnis
Zeitzeugenaussage Marta Hudzik
Quellennahe Neu-OCR des in der Komplett-PDF ueberlieferten Berichts von Marta Hudzik.
Forschungsstand dokumentiert
Forschungsdatensatz
Dokumentierte Angaben
- Person
- Marta Hudzik
- Rolle
- ehemaliger Zwangsarbeiter
- Ort
- Kahla / Walpersberg
- Zeitraum
- 1944-1945; spaetere Niederschrift oder Befragung
- Herkunft
- unbekannt
Überlieferung und Kontext
e Hudzik, Marta, Fragebogen vermittelt von der Fundacja "Polsko-Niemieckie
Pojednanie" [Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussôhnung“].
Marta Hudzik
I. Vor der Deportation
1. Wann wurden Sie geboren und wer gehörte zu Ihrer Familie?
Am 6.01.1923 in Warszawa:
Meine Eltern und meine Geschwister.
IL. Deportation
2. Wann und unter welchen Umständen sind Sie Zwangsarbeiterin geworden?
Am 20.09.1944 in Lopianki.
3. Wie sah der Transport nach Kahla aus? Welche Bedingungen herrschten während
des Transportes?
Wir wurden mit einem Viehwagen transportiert. Die dort herrschenden Umstände waren
furchtbar: der Viehwagon war überfüllt und die Leute starben im Stehen.
Ш. Ankunft in Kahla und im Arbeitslager REIMAHG
4. Können Sie sich erinnern, in welches Lager Sie zuerst gekommen sind? Wurden
Sie weiter transportiert?
Das erste Lager war in Breslau und dann in Kahla.
5. Welche Unterkunft gab es im Lager? Wie war die Unterkunft?
In einem Zimmer waren 10 Frauen.
Im Winter schneite es auf unsere Betten.
6. Gab es in der Baracke genügend Brennmaterial, Decken und andere Sachen? In
welchem Zustand waren diese?
Es gab kein Brennmaterial.
Jede Person hatte nur eine Decke.
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7. Welche Nahrung gab es im Lager? War das Essen abwechslungsreich? Wie und
wann wurde das Essen verteilt?
Das Essen war sehr schlecht. Die Nahrung bekamen wir gegen Talons.
IV. Zwangsarbeiter in der REIMAHG
8. Wann und wie begann Ihr Tag? Wie lange brauchten Sie bis zur Arbeitsstelle?
Wie sah der Früh- und Abendappell aus?
Die Arbeit begann um 7 Uhr am Morgen. Bis zur Fabrik gingen wir 3 Kilometer unter
deutscher Eskorte.
9. Zu welcher Abteilung bei REIMAHG gehörten Sie? Anderten sich in dieser Zeit
die Aufgaben?
Ich arbeitete in der Näherei, in der ich Abdeckplanen für Flugzeuge nähte. Danach
arbeitete ich in der Werkzeugabteilung.
10. Wie stark war der mit der Arbeit verbundene Stress bzw. Druck?
Die Arbeit wurde nicht kontrolliert.
11. Welchen Eindruck machten die deutschen bzw. ausländischen Brigadiere? Wie
behandelten die ausländischen Vorarbeiter die Zwangsarbeiter aus dem eigenem
Land?
Der Brigadier war ein Deutscher aus Posen, der mich relativ gut behandelte.
12. Welche Entlohnung bekamen Sie? Konnten Sie etwas dafür kaufen?
Ich erinnere mich nicht an die Lohnsumme, aber wir durften im Dorf nur ein wenig Bier
kaufen.
V. Alltag im Lager
13. Konnten die Zwangsarbeiter persönlichen Kontakt zu den anderen Gefangenen
haben? Konnten Sie sich frei bewegen?
Es gab Kontakt untereinander und wir durften uns frei bewegen.
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14. Haben Sie bemerkt, dass manche Gruppen von Zwangsarbeitern besser behandelt
wurden als andere?
Davon habe ich nichts gemerkt.
VI. Verhalten von Vorarbeitern, Amtsträgern und Zivilpersonen.
15. Erinnern Sie sich an die Wachleute bzw. Wärter? Welche Nationalität hatten sie?
Wie haben sie sich verhalten?
Nach der Arbeit gab es keine Wachleute und wir durften uns frei bewegen.
16. Gab es im Lager Denunziationsgefahr von Seiten der anderen Zwangsarbeiter?
Es gab keine Denunziationsgefahr.
17. Waren Sie Zeugin von Misshandlungen bzw. eines Mordes? Erinnern Sie sich an
Opfer? Wer waren die Täter?
Es gab weder Misshandlungen noch Morde.
18. Wie haben sich die deutschen Vorarbeiter und Arbeiter Ihnen gegenüber
benommen?
Sie verhalten sich relativ gut.
19. Hatten Sie Kontakt zu Zivilpersonen? Wie benahmen sie sich? Gab es
Tauschhandel mit der Außenwelt?
Es gab keinen Tauschhandel, aber aus dem Dorf kamen junge Mädchen.
20. Gab es Ausbrüche aus dem Lager? Welche Strafen gab es dafür?
Ich hörte nichts von Ausbrüchen.
VII. Gesundheitsfiirsorge und Todesfälle
21. Was passierte im Fall von Krankheit bzw. Körperverletzung? Welche Erfahrungen
haben Sie mit der Gesundheitsfürsorge gemacht, besonders mit dem
Krankenhaus?
Ein Kranker wurde in die Krankenbaracke transportiert. Die Betreuung war gut.
22. Wissen Sie etwas über Todesfälle im Lager?
Es gab keine Todesfälle.
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VIII. Befreiung
23. Haben die Deutschen Sie in den letzten Kriegstagen aus dem Lager evakuiert?
Wenn ja, wie sahen die Marschumstände aus?
Das Lager wurde durch die Alliierten befreit und wir gingen in kleinen Gruppen, wohin
wir konnten.
24. Wo wurden Sie befreit? In welchem körperlichen Zustand waren Sie damals?
Wir wurden in Kahla im Lager V befreit.
IX. Rückkehr in die Heimat
25. Wann kamen Sie nach Polen zurück?
Im Mai 1945.
26. Welche Fragen waren für Sie wichtig. Möchten Sie noch etwas dazu sagen?
Keine Antwort.
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Namen und Schlagwörter
Quellen und Nachweise
- zeitzeugen_komplett.pdf (Original, 845 Seiten)