Zeitzeugnis
Zeitzeugenaussage Leopold Turtenwald
Quellennahe Neu-OCR des in der Komplett-PDF ueberlieferten Berichts von Leopold Turtenwald.
Forschungsstand dokumentiert
Forschungsdatensatz
Dokumentierte Angaben
- Person
- Leopold Turtenwald
- Rolle
- Zeitzeuge
- Ort
- Kahla / Walpersberg
- Zeitraum
- 1944-1945; spaetere Niederschrift oder Befragung
- Herkunft
- Deutschland
Überlieferung und Kontext
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Bach s LA emäsprachler-Fachschul e, Leipzig
2 Korrespondenten» und Dolmetscherschule
. Gründungsjahr 1902 Direktor Egon Bach
À Zeugnis
für die englische Fremäsprachlerin.
Fräulein Henriette Gerth aus Weimar/Thiir.
geb.am 1.Novenber 1920 zu Kaltennordheim
hat an einem englischen Fachlehrgang in der Zeit von Anfang Januar bis
Ende April 1938 teilgenommen und hat die folgenden Zeugnisgrade erreicht:
Sprachlicheßße 18ufigreit : sehr gut
Handelsbriefs;rache s gut
Dolueteshertibalisen | s sehr gut
Englische Kulturkunde : sehr gut
Wort- und Satslehre s sehr gut
Handelskunde ı sehr Te
Deutsche Kurzschrift $ 120 Silben
gute Übertragung
Englische Kurzschrift + 100 Silben
gute Übertragung
Sie hat die schriftliche und mündliche Prüfung mit folgendem Gesamtergebni
bestanden
Sehr gut,
und ist hiernach berechtigt, sich als geprüfte
nn, o Englische Fachschul-Fremäs;rachlerin 4
( Deutscheenglische Stenografin, Korrespondentin
und Dolmetscherin 3
zu beteichnen.
Allgemeine Beurteilungt _
Fräulein Gerth erwies sich bei ihrer Studienarbeit als sehr fleißig,
pflicht- und zielbewußt, oränungsliebend, selbständig, gründlich und
zuverlässig, Sie verfügt über eine schnelle Auffassungsgabe, klares
Denken und eine umfassende Allgemeinbildung. Jhre liebenswiirdige, frische,
natürliche, kameradschaftliche und einsatzbereite Wesensart ist hervor-
guhebene Sie wird hochgestellten Anforderungen entsprechen können und
kann daher für Vertrauensstellun;en empfohlen werden. Jhre Führung in der
Fachschule war ohne jeden Tadel.
Fräulein Gerth wurde in Anerkennung ihrer hervorragenden Dolmetscherlei»
y= und Leistungen in der Handelskunde mit je einem Preis ausgezeich=
Leipzig, den 30.April 1958 ^ jez, Egon Bach eze 6 weitere
ger Studienleiters p Direktor Gaterechriften
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” an oe Stempel der Sehule
Abschrift
JORES-SCHULE
Berufsausbildung für Dolmetscher und fremäsprachi. Korrespondenten
Dresden
ZEUGNIS
für Fräulein Henriette © e r t h, geb. am 1.11.1920 in Kaltennordheim
Nach Besuch eines fremdsprachlichen Lehrganges fand am 4.12. bis
19.12.42 die Abschlussprüfung in folgenden Pächern statt :
-Ergebnis-
Deutsch L 2 * a Li 13 Li = a . - - LA 5 = = + = e 200 Silben
= Englisch + + «© ss è 0 ee s e see e 6 « "= Silben
Französisch + +. o 0 « è « e + a a © 0 s s s — Silben
Italienisch . « = e = s 0 e se e è è s + e oem Silben
Diktat in die Schreibmaschine
Fremdsprachen (blind, 10-Finger-System) sehr gut PET
Kaufmiinnische Korrespondenz u. Ubersetzungen
Englisch . + 2 è e e « 0 e e © e © e e = „ mit Auszeichnung
Französisch . « 2 = è « « a a s è s = e « © mit Auszeichnung
Spanisch «+ u 00 e e es see ese 0 © + ===
Italienisch ca = a “ L 2 e « Ea a 2 Ci En * a = ® sehr gut
Russisch 6, ». o + è è 0 0 è a è 2 eee ee =
‘ Als Dolmetscher (Konversation mit Ausländern)
Englisch „ + + 2 e e e a e e 0 « è + « о « mit Auszeichnung
Französisch . +» 2 + è è © « на a » » + mit Auszeichnung
Spanisch 2 o 2 « e e e ee ee es eee =
Italienisch . . + « s e a è 0 8 a 6 6 e = « Mit Auszeichnung zn
Russisch 2. 2 è 000 è è 0 0 eee a è 5 à =
Die Lehrer : Die Schulleitung :
ges. Le Pittschmann gez. Prof. Fischer
L. Hotta Dr. Reinecke
Alexandra Pianos Siegel)
Arthur Busch Prüfungsbeisitzer :
Mia Cleton-Lyons gez. Unterschrift
Leopold Turtenwald
Robert-Koch-Str. la
07407 Rudolstadt
Rudolstadt, 21-01-2013
Heinrich-Jung-Verlagsgesellschaft mbH.
Am Einsiedel 7
98544 Zella-Mehlis
Betr.: Hinweise zum Buch „Düsenjäger über dem Walspersberg“
Sehr geehrte Damen und Herren
Vor kurzem habe ich durch Zufall dieses Buch in einer Buchhandlung in Rudolstadt gesehen
und gekauft.
Da ich selbst (ich bin Jahrgang 1928) mehrere Male als Oberschüler der Oberschule
Rudolstadt in Großeutersdorf zum Arbeitseinsatz abkommandiert wurde, möchte ich Ihnen
einige Details aus dieser Zeit mitteilen.
Die Einsätze begannen ca. im November 1944, liefen bis etwa März 1945 und dauerten ca. 1
bis 8 Tage. Bei den eintätigen Einsätzen wurden wir früh mit der Deutschen Reichsbahn nach
Großeutersdorf gefahren und abends wieder zurück.
Bei den mehreren Tagen dauernden Einsätzen sind wir in Großeutersdorf geblieben..
Wir haben in Zweigstollen geschlafen und zwar auf ca. 40 cm Strohballen, darüber eine —
Decke. Die Heizung erfolgte in ca. daumenstarken Aluminium-Kabeln, die an den Wänden
aufgehängt und elektrisch beheizt wurden. Die Temperaturen im Stollen lagen bei
angenehmen 22° . Für Frischluft war gesorgt.
Unser Arbeitsgebiet lag vor allem in der Arbeit an der späteren Landebahn d.h. Rodung von
Gewächsen, Moos u. Pflanzen. Auf den so bearbeiteten Waldboden wurde dann die Startpiste
betoniert.
Von den Montagehallen ist mir folgendes in Erinnerung geblieben: Das Profil der Halle
wurde am Berghang aus gewachsenem Fels herausgearbeitet. Um sicher gegen Luftangriffe
zu sein, wurden wohl ca. 5m Eisenbeton als Decke vorgesehen. Nachdem dieses „Fels-Profil“
fertig gestellt war, hat man in einem Arbeitsgang diese ca. 5m Beton als Decke aufgetragen.
Nachdem alles abgebunden war, hat man mit Baggern die zukünftige Montagehalle wieder
„leer gekratzt“. An der Decke der fertigen Montagehalle waren noch Steine, Erde und
Wurzeln zu sehen.
Eine letzte Bemerkung zu möglichen Startterminen der ME 262.
Es gibt unterschiedliche Aussagen zu diesem Punkt. Mir persönlich ist folgendes in
Erinnerung:
Ein Start sollte am 31. Januar 1945 erfolgen. Dieser Tag war im damaligen Großdeutschen
Reich ein Feier- oder Ehrentag. Zu diesem Start sollte auch einige Prominenz anwesend sein,
darunter auch der bekannte Jagdflieger Herr Galland. Mit den tief liegenden PKW’s dieser
Ehrengäste war es jedoch nicht möglich, auf den vorhandenen Wald- und Forstwegen die
Startbahn zu erreichen. Wir als Hitler-Jugend mussten in mühevoller Arbeit diese Wege
„glätten“ und planieren. Am 3.2.1945 war es dann soweit. Die Ehrengäste waren am Rande
der Startbahn versammelt und wir als Hitlerjugend sollten für den nötigen Beifall sorgen. Das
hat auch alles geklappt und die ME 262 schoss über die Startbahn, überquerte das Saaletal
und zog über den gegenüberliegenden Bergen mit der Leuchtenburg in den Himmel.
Ich kann mich auch erinnern, dass ich nach der Wende öfters in Kahla und Großeutersdorf
war und dort mit einem hohen belgischen Offizier persönlich bekannt wurde.
Benutzen Sie, wenn Sie wollen, diese Aufzeichnungen als eine Ergänzung zu Ihrem Buch.
Freundliche Grüße "p, р
Turtenwald
Ein Durchschlag dieses Schreibens geht an den Geschichts- und Forschungsverein
Walpersberg e.v., Dorfstraße 7 in 07768 Großeutersdorf.
Namen und Schlagwörter
Quellen und Nachweise
- zeitzeugen_komplett.pdf (Original, 845 Seiten)