Свидетельство очевидца
Свидетельство очевидца Эренфрида Дитша
Отчет о привлечении 15-летнего ученика из Грайца в районе Вальперсберга, размещении и работе на секретном авиационном заводе, наблюдении за принудительными рабочими и последующих воспоминаниях.
Состояние исследования документировано
Исследовательская запись
Документированные сведения
- Лицо
- Ehrenfried Dietsch
- Роль
- Schueler / Hitlerjunge im Arbeitseinsatz
- Место
- Greiz / Kahla / Walpersberg
- Период
- Januar 1945
- Происхождение
- Deutschland
Источники и контекст
an den:
Geschichts und Forschungsverein
"Walpersberg e.V.
Dorfstraße 7
. 07768 Großeutersdorf
Sehr geehrte Damen und Herren,
Greizden 9.12.2015
Nachdem altersbedingt die eigenen gesundheitlichen Einschränkungen zunehmen hatte ich mich entschlossen, meine Erinnerungen als Zeitzeuge im jugendlichen Alter vom Januar 1945 als einen weiteren heimatlichen Beitrag im Greizer Heimatkalender zu veröffentlichen,
Literatur, Veröffentlichungen in der Presse über Führungen und die Arbeit des Vereins haben mich über Jahre interessiert.
Das Geschichts und Forschungsjournal 2015 konnten wir über eine Greizer Buchhandlung erhalten.
Mit Hilfe meiner Frau werde ich Ihre verdienstvolle Forschungsarbeit weiterhin verfolgen und wünsche Ihnen dazu viel Erfolg.
Ehrenfried Dietsch
Thomasstr. 8
07973 Greiz
( A. A. Yan Dahn \ f
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A era je bev Velkmav Sc na dor
: Ehrenfried Dietsch
: Schiler im Einsatz
i Als 15-jähriger Schüler zum Arbeitseinsatz im geheimen unterirdischen
: Flugzeugwerk in Kahla
I Mitte Januar 1945 wurde der Verfasser, der als fanatischer Nationalsozialist noch
| 2 damals Schiiler der Greizer Aufbauschule, zwei Tage vor Einmarsch der Amerikaner
| a vom Unterricht freigestellt, um mit einer in Greiz, am 14.4.1945, den Hauptmann
- Gruppe Greizer Jugendlicher der Ver- von Westernhagen wegen Zersetzung
© pflichtung von Partei- und HJ-Führung zu der Wehrkraft standrechtlich erschießen
. einem kriegswichtigen Arbeitseinsatz Folge ließ” und mit scharfen Brandreden und
: zu leisten. An eigenem Werkzeug war ein Durchhalteparolen bei Veranstaltungen vor
- Spaten mitzubringen. Unter vorgehaltener Jugendlichen bekannt wurde, waren nach
q oo Handsprachman Meinung des Verfassers bei der Verabschie-
2 og vom Flugplatzbau dung nach Kahla anwesend.
& = N in Kahla. Dazu Nachdem im Zweiten Weltkrieg 1944 die
u IH, musste auch Lufthoheit über Deutschland endgültig
= \ ar " Greiz mit einem verloren war und alliierte Bomberverbän-
. ~~ Kontingent von de massiv deutsche Städte zerstörten, erhielt
5 a u =D AHitlerjungen aus die Verlagerung von kriegswichtigen Pro-
N Py m= =| den Jahrgingen duktionsbetrieben in unterirdische Stollen-
: 24 na IN: um 1929 beitra- anlagen höchste Dringlichkeit.
: PS Tr Der damalige thiiringische Gaulei-
x h == Die damalige ter Sauckel, auch Reichsstatthalter und
HJ-Führungund Reichsverteidigungskommissar des Gaues
| Der Greizer Aufbauschüler auch der Greizer Thüringen sowie Generalbevollmächtiger,
| Ehrenfried Dietsch in HJ- Kreisleiter der für den Arbeitseinsatz, hatte die Stollenan-
| Uniform. Sammlung Dietsch NSDAP, Schau, lage im Walpersberg bei Kahla als geeig-| 148
etch + Einsatz von Schülern |
i net und ausbaufähig erkannt, um in einem Pfeiler stehen. Das Stollensystem musste so
t letzten verzweifelten Kraftakt noch die nicht durch das Tokretverfahren (Betonver-
1 Fertigung des neuen Düsenstrahljägers Me _festigung) oder Holzstempelung stabilisiert
a; 262 zu ermöglichen, und diesen gegen die werden. Die Stärke (Mächtigkeit) des über
alliierten Bomberstaffeln zum Einsatz zu den Stollen liegenden Felsens betrug ca. 30
t bringen. Das noch im Bau befindliche Werk bis 60 Meter.”
\ gehörte zur REIMAHG Gruppe (genannt Der Arbeitseinsatz der Schüler war für zwei
4 nach dem damaligen Oberbefehlshaber Wochen geplant. Ein Bergstollen diente
: der Luftwaffe Reichsmarschall Herrmann als Unterkunft. Das mächtige Felsgestein
Göring). der Wände und Decken beeindruckte die
N Jugendlichen. In der gesamten Stollenanla-
. ge gab es keine Feuchtigkeit, und so fanden
R Einquartierung im Bergstollen am sie ihr Lager trotz Schnee und Winterzeit
r Walpersberg erträglich. Der Weg vom Lager zu den
t Toilettenanlagen führte an kleinen Pro-
Nach der Ankunft am Bahnhof Kahla/ duktionskammern vorbei, in denen auch
Thüringen, einem Fußmarsch auf der nachts gearbeitet wurde, zu einem großen
Straße in Richtung Großeutersdorf und mit Ziegeln ausgemauerten unterirdischen
kurzem Anstieg standen die Ankömmlinge Raum, vermutlich einem der befahrbaren
vor dem Eingang eines Bergstollens. Es war Haupteingänge in den Berg.
einer der Zugänge zum weitverzweigten Im Verlauf des Einsatzes überzeugte sich
Stollensystem derunterirdischen Porzellan- auch der damalige Hauptverantwort-
sandgruben imWalpersberg nahe Kahla.Sie liche des Gesamtunternehmens, Gauleiter
galten als bombensicher und gut getarnt. Sauckel, vom Zustand der Unterbringung
Das Vorkommen im Walpersberg wurde im derArbeitsgruppe und sprach dort kurz mit
' | offenen Kammerpfeilerabbau, d.h.schach- einigen Teilnehmern.
; brettartig aufgefahren. Die Stollen waren DieJugendlichenerhielten eine Einweisung,
etwa drei bis fünf Meter breit und drei um sich in diesem Gang- und Kammerge-
; Meter hoch. Dabei ließ man sogenannte wirr zu orientieren, gingen aber auch selbst
auf Entdeckungstour. Durch Verbindungs-
stollen war der Bergin seiner ganzen Länge
begehbar. Bei einer Führung der Gruppe
: gee. gab es den Hinweis, diesen Weg nicht allein
is 7 zu gehen, es hätte schon Drohungen mit
> Des 2 Eisenstangen dort gegeben. Kam man am
i 2 oe J 4 Reeeret Ende in halber Höhe des Berges ins Freie,
hie? ; ee so lag in einiger Entfernung das Dorf Bibra
} . a mms sowie eine der vielen Barackenanlagen für
aS > eee. die Unterbringung der unübersehbaren
ane ae “ £ Ste 42 B= = Anzahl von Fremdarbeitern. Zu den Aufga-
i ee ee ben der Gruppe gehörten Schneeschippen,
RR BI Pa: ge Hilfe beim Fällen von Bäumen am Bergund
eee =. der Transport von Blechteilen. So lernten
| En ee Er bei. aes sie auch die Außenanlagen kennen.
Die Schüler Ehrenfried Dietsch und Wolfgang Leiterer bei Auf dem langgezogenen Plateau des Wale
der Jungvolkausbildung im Gommlaer Wald. Dies diente persberges befand sich eine Startpiste für die
auch als Vorbereitung für den späteren Schülereinsatz nahe in den Produktionsstätten am Berg zu mon-
Kahla. Sammlung Dietsch tierenden Flugzeuge von ca. 1.000x30 m
149 |
| 4 id Fe il uf 1 aa sk von ihnen plötzlich einen Schwächeanfall
ab: be I iB i Ali ra te WLS? Lab —_ sia erlitt und umfiel, wurde er von zwei seiner
Wy " ‘Hath Fr Me Kameraden wortlos auf den Schultern weg-
A eee =f + ? we aa getragen. Morgens, am selben Tag, gab es
ER a ee bezog: nr Py Fi schon Ärger, weil einer aus der Arbeitsgrup-
Fa 2 ee BE. es Er ee pe der Jugendlichen einem Fremdarbeiter
eee gi gp AS Ei 2 Frühstücksbrot zugesteckt hatte.
Fr en | es} ae Für das Anfang 1945 immer noch an vie-
a tr aft =. EZ len Stellen im Bau befindliche Flugzeug-
Ze aE & = fe gee werk im und am Walpersberg brauchte
ne | PR fj REEL te man auch ein Heer von Arbeitskräften. Es
a ] Cf, fi DE wird beschrieben, dass zu diesem Zeitpunkt
BR 7 = De des Krieges Arbeitskräfte kaum noch zu
el \J, afm) J Fi Er: i .Anfan hals Freiwil-
a {we Fe gewinnen waren. Anfangs auch als Fre
nae Se. 2] BA gpeAres | ben, wurden die Arbeiter nun
f a! othe f f= lly . a
Qi ENT A ee e u) gewaltsam aus allen besetzten Ländern,
2 sae PART Te . Kriegsgefangenen- und Konzentrationsla-
: hr 7 ae J ee er ey gern rekrutiert. Die fiir sie vorgesehenen
2 A $ 7 IF Fg ca oe Unterkünfte, Sanitär- undVersorgungsstati-
2 4: Z ofl A BRD j | || f onen waren ebenfalls noch nicht vollständig
5 Be (ER Bone | fertiggestellt, was die Lage der Betroffenen
2 y J aay = un i unertraglich belastete.
a 4 LEBE: i } > —=—* Im Zeitablauf des Arbeitseinsatzes war ein
4 Mt WR 4 a Sonntag enthalten. Die Gruppe nutzte die-
1 Schrägaufzug zum Transport der Flugzeuge von der Mon- sen freien Tag zu einem winterlichen Aus-
4 tageebene auf die Startbahn am Walpersberg flug auf die nahe gelegene Leuchtenburg.
4 aus: Gleichmann, Bock, Düsenjäger über dem Walpersberg Von dort aus hatte man einen Blick zum
4 langgezogenen Walpersberg und konnte
4 im Bau. Auch die Zahnradbahn, um die den Verlauf der Startbahn erahnen.
= Flugzeuge im Schragaufzug auf die 80 m Eine der mächtigsten noch im Ausbau
© höher gelegene Startpiste zu befördern, befindlichen Montagehallen,der BunkerO
a war bereits gut erkennbar. Zum Bunker 1, am Walpersberg, hatte im gleichen Ausmaß
4 außerhalb des Stollensystems, mussten in eine Aufstockung erhalten, die sogenann-
2 Zweiergruppen die Blechteile transpor- te Kongresshalle. Am 30. Januar 1945,dem
a tiert werden. Dazu gab es eine besondere Jahrestag der Machtergreifung des Nazire-
4 Belehrung, um Schnittverletzungen wegen gimes, war sie soweit fertiggestellt, dass man
a bestehender Vergiftungsgefahr zu vermei- auf einem provisorischen Zugangam Berg
4 den. Das deutet auf die Verwendung von dorthin gelangen konnte. Die Jugendlichen
cf Nickel-Molybdän-Legierungen für die erlebten in Anwesenheit von Kamerateams
4 Produktion hin. In diesem Bunker wurde und Fotografen die Einweihungsfeier. Mit
= schon produziert. Durch Ritzen am Tor einer euphorisch fanatischen Rede wür-
24 konnte man Maschinen erspähen, aber digte Gauleiter Sauckel den Bau als die |
keine Details erkennen. größte Halle Thüringens für besondereVer-
be Am oberen Ende der im Bau befindlichen anstaltungen nach Kriegsende. Die Rote __
i Zahnradbahn wurde dem Verfasser eines Armee der Sowjetunion stand zu der Zeit
5 Tages die Aufgabe zuteil,einige ZeitFremd- schon in Polen, was einem großen Teil der
= arbeiter zu beaufsichtigen, die mit Hacken Zuhörer und auch ihm bekannt sein musste.
u und Schaufeln dort arbeiteten. Als einer Kurz vor Abschluss des Arbeitseinsatzes
|
- Hedrich - Nachkriegszeit |
seiner sollte die Schulausbildung beenden und vorgestellt, der bis heute mit Veröffentlichungen, einem
1weg- wieder nach Kahla kommen, um am Auf- Museum und Führungen an dieser historischen Stätte
g ab &s bau des kriegswichtigen Flugzeugwerkes Soules “aa Zeit deutscher Geschichte nicht ver- :
sgrup- | weiter mitzuwirken. Verunsichert suchte 3) ebenda, S. 115
rbeiter der Verfasser nach der Rückkehr in Greiz
seinen Schuldirektor der Aufbauschule auf,
n vie- und dieser war so vernünftig, ihm davon Quellen und Literatur:
zzeug- abzuraten. „In den Nachmittagsstunden ~ Au ERDE a re rn
. +s : gen der Heinric
iuchte des 12. April (1945) übernahm die 89ste Jung Verlagsgesellschaft mbH Zella-Mehlis / Meiningen
:en. Es Infanterie Division der Amerikaner den herangezogen.
:punkt Walpersberg“.? - pore a Tiers Geheimobjekte in Thüringen, 3.
ee uflage, Kapitel Lachs.
cerwil- ee >a . —— |
1) Greizer Heimatkalender 2012: Dr. Dörte von Western- Die schriftliche Ausfertigung dieses Beitrags erfolgte durch
»r nun i hagen „Wer war Kurt von Westernhagen“ die Ehefrau des Verfassers, Susanne Dietsch, da er selbst aus |
ndern, | 2) Markus Gleichmann / Karl-Heinz Bock, Düsenjäger altersbedingten Einschränkungen nicht mehr schreiben
ionsla- | über dem Walpersberg kann.
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Имена и ключевые слова
Источники и ссылки
- Zeitzeuge Ehrenfried Dietsch Greiz