Buch-ISBN-978-3-89053-127-4.jpgAm kommenden Sonnabend, den 18. Februar stellen Horst Hassel und Horst Klötzer anhand eines multimedialen Vortrags im Dokumentationszentrum Walpersberg in Großeutersdorf um 17:00 Uhr ihr Buch „Kein Düsenjägersprit aus Schwalbe I“ vor. Die Autoren kommen aus Menden in NRW und beschäftigen sich schon viele Jahre mit der Thematik.
geilenberg.jpgAuf der Stadtgrenze Hermer/Menden, am Ausgang des Hönntales in Richtung Lendringsen, liegt der Steinbruch „Emil 1“. Darin befinden sich fast zwei Kilometer Stollengänge – ein Relikt der Pläne der Nationalsozialisten, hier ab September 1945 in der Untertageverlagerung „Schwalbe 1“ dringend benötigtes Flugbenzin aus Kohle bombensicher herzustellen. Das Benzin wurde u.a. für die in der Nähe von Kahla gefertigten Düsenflugzeuge Messerschmitt Me 262 benötigt.
Seit Jahrzehnten tut man sich in Menden schwer mit diesem Erbe. Eine Aufarbeitung des Geschehens rund um „Schwalbe 1“ fehlte bislang. Im Juli 1944 gab Projektleiter Edmund Geilenberg im „Grünen Haus“ des Steinbruchs persönlich das Startsignal. In weniger als einem Monat verdoppelte sich daraufhin die Einwohnerzahl der Gemeinde Lendringsen, Strafgefangene und Zwangsarbeiter mussten unter Lebensgefahr die Stollen in den Kalkstein sprengen.
lore.jpgWelche technischen Ziele in den Stollengängen und im Steinbruch davor realisiert werden sollten, welches Leid den über 6600 Zwangsarbeitern und Strafgefangenen angetan wurde, wie das Leben in den Barackenlagern und auf der Baustelle ablief, das schildern die Referenten Horst Hassel und Horst Klötzer aus der Nähe von Menden in ihrem Vortrag.
In ihrem Buch „Kein Düsenjägersprit aus Schwalbe 1“ wird erstmals der „Dorsch-Bericht“ von 1947 zitiert, die Straf- und Arbeitserziehungslager vorgestellt und die noch vorhandene Stollenanlage und die geplante Funktion in perfekt ausgeleuchteten Farbfotos präsentiert.
Eine ähnliche Verlagerung mit der Baustellenbezeichnung „Schwalbe V“ gab es im ostthüringischen Berga an der Elster.
Interessierte sind recht herzlich zum Vortrag eingeladen. Der Geschichts- und Forschungsverein Walpersberg e.V. bittet um Voranmeldung unter Tel.: 036424 784616 oder über die Webseite des Vereins www.walpersberg.com Der Eintrittspreis beträgt 4 Euro.
Weitere Informationen:
- www.plbg.de/zeitung/03-2011/schwalbe.htm
- www.derwesten.de/staedte/balve/gefangene-gruben-stollen-in-die-felsen-des-hoennetals-id6224636.html
- www.derwesten.de/staedte/altena/schwalbe-1-flugbenzin-aus-dem-steinbruch-id4610448.html
- www.derwesten.de/staedte/plettenberg/geheimprojekt-schwalbe-1-id4867481.html
- http/www.plettenberg-lexikon.de/bergbau/mk/schwalbe1/schwalbe.htm


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