Duisburg (RP). Als Roman wäre "Das rätselhafte Testament" eher unglaubwürdig. Aber das spannende Buch von Klaus-Peter Schmid ist ein reiner Tatsachenbericht. Jetzt las der langjährige Redakteur der Wochenzeitung "Die Zeit" daraus im Rahmen der Französischen Woche im Kuhlenwall-Karree. Es geht dabei im Kern um die ziemlich verrückte Liebesgeschichte zwischen der Möchtegern-Schauspielerin Jacqueline Heusch und dem Spion Herbert Ranft, im von den Deutschen besetzten Paris der 1940er Jahre. Und es geht um eine millionenschwere Erbschaft, die Madame Heusch 1984 dem Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFW) zur Verwendung für Ziele der deutsch-französischen Verständigung überließ.
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Schmids Buch fasziniert durch eine Fülle bestens recherchierter Details, kultureller und historischer Hintergründe. Zum Beispiel hatte der Hochstapler Ranft so viele verschiedene Identitäten angenommen, dass bei seinem Tod 1950 in einer Genfer Klinik selbst sein eigener Vater Schwierigkeiten hatte, den Behörden die Identität seines Sohnes zu beweisen. Die These von Klaus-Peter Schmid sieht so aus, dass Herbert Ranft sich als Mitglied der "Organisation Todt", die den Atlantikwall baute, am Schwarzmarkt bereichert hatte. Die Kunstwerke in "seiner" Pariser Wohnung gehörten deren jüdischen Besitzern. Jacqueline Heusch hat etwas vererbt, was ihr nicht gehörte.
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